"Chácara dos meninos de quatro pinheiros"
Das Projekt "Fernandos Chácara" (formell: Fundação Educacional Meninos e Meninas de Rua Profeta Elias) existiert seit dem Jahr 1994 im Dorf Mandirituba, mehr als eine Stunde ausserhalb der Millionenstadt Curitiba. Gegründet wurde es vom ehemaligen Karameliter-Mönch Fernando de Gois, der es noch heute leitet. In den Häusern des Projekts, das auf einem kleinen Landgut ausserhalb des Dorfes liegt, leben heute achtzig Kinder und Jugendliche. Die Kinder leben in den Häusern nach Alter aufgeteilt, wobei das Haus für die jüngeren etwas abseits liegt, um die Kinder an die neue Situation zu gewöhnen.
Die Kinder und Jugendlichen gehen in eine öffentliche Schule oder absolvieren weiterführende Ausbildungen. Der Unterricht findet in Schichten statt. Die ersten Kinder gehen morgens zur Schule, eine zweite Gruppe nachmittags und am Abend werden noch einmal Jugendliche unterrichtet. Zwei Stunden täglich helfen die Kinder bei Gemeinschaftsarbeiten wie Gartenarbeit, Feldbau oder Putzarbeiten mit. In der restlichen Freizeit besteht die Möglichkeit gemeinsam zu musizieren oder Sport zu treiben: Fussball, Krafttraining und Schwimmen sind hier sehr beliebt.
Durch seine Strassen- und Familienarbeit erreicht das Projekt allerdings weit mehr von Armut und Gewalt betroffene oder gefährdete Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene.
Der Schweizer Staat hat Fernandos Chácara über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) unterstützt. In Fachkreisen geniesst das Projekt dank des starken Einbezugs der Kinder und Jugendlichen in die Projektorganisation hohes Ansehen. So hat beispielsweise die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, die Unesco, in einer Studie die Chácara als "innovatives und erfolgreiches Projekt" bezeichnet. Im Dezember 2010 erhielt Fernando de Gois den "Premio Betinho", einen von der brasilianischen Regierung gestifteten Preis zur Ehrung von Menschen, die sich für Benachteiligte einsetzen.
Seit 2005 unterhält die Chácara ein Haus in Curitiba. Dort leben in einer Wohngemeinschaft ehemalige Projektbewohner, die in der Stadt arbeiten und an der Universität studieren. Aktuell besucht ein Jugendlicher ein Sportgymnasium, ein anderer studiert Soziologie und viele arbeiten in der Nähe in der Industrie oder in sozialen Berufen. Die Ehemaligen fungieren noch oft als Hilfserzieher für die neue Generation Strassenkinder und sind weiterhin mit dem Projekt verbunden.
Webseite des Projekts:
- Chácara (auf portugiesisch)
Bulletin der Chácara:
- Bulletin (auf portugiesisch)
Artikel über die Chácara und Fernando mit aktuellen Fotos (unabhängig vom Verein "Freunde brasilianischer Strassenkinder"):
- Artikel 1 (auf portugiesisch)
- Artikel 2 (auf portugiesisch)
- Artikel 3 (Bericht zweier französischer Volontärinnen; auf portugiesisch)
- Artikel 4 (auf portugiesisch)
Einige Videos aus der Chácara (unabhängig vom Verein "Freunde brasilianischer Strassenkinder"):